Lächeln

Im Norden hätte man ihr Lächeln wohl als „strahlend wie die Sonne“ beschrieben.
Doch hier war die Sonne Todbringer und so hatten sie andere Worte gefunden.
Er glaubte nicht, dass man Worte finden könne, die ein solches Lächeln beschrieben, denn er kannte nichts auf dieser Welt das solche Freude bereiten würde, ein solches Lächeln zum Vorschein zu bringen. Doch, dass er den Grund nicht kannte war nur eine Ausflucht und so betrachtete er sie skeptisch und berechnend.
Ihr Lächeln verblasste niemals, zumindest hatte sie nie jemand ohne es gesehen. Es gab den Menschen hier Hoffnung wenn die Zeiten schlecht waren, und das waren sie oft.
Sie war nie weg gegangen und so hatte noch nie eine Person hinterfragt was sie war und warum hier und woraus sie ihre Kraft zog.
Und er war ratlos und wusste nicht weiter, deshalb beschloss er, es wäre wohl das Vernünftigste zurück zu lächeln.
Sie sah ihn an, wie er freundlich den Mund verzog, und da wurde ihr Lächeln, so das möglich war, noch schöner.

Scheint so

„Hey!“
„Oh, hallo. Nett dich mal wieder zu sehen.“
„Hübsches Lächeln das du das hast.“
„Danke, find ich auch.“
„Wo ist das her?“
„Ach, da gibt es in der Nähergasse in einem Durchgang einen ganz süßen Laden.“
„Sie müssen meisterlich arbeiten. Es wirkt so natürlich.“
„Nicht ganz billig, aber tolle Qualität. Das ist eines das man jeden Tag trägt.“
„Du Glückliche. Mein Mann lässt mich nur billige kaufen. Du weißt ja wie schlecht verarbeitet die teilweise sind. Da sieht man so angestrengt aus, damit. Und…“
„Jetzt siehst du wirklich angestrengt aus. Was ist passiert?“
„Mein Mann hat gestern meinen geheimen Karton Wutgrimassen, Trauergesichter und Angstfratzen weggeschmissen.“
„Oh nein.“
„Schhh, nicht so laut. Nicht das uns jemand hört. Du weißt das es verboten ist.“
„Jaja, ich bin ja vorsichtig. Aber das ist schrecklich. Ich bin mit dir.“
„Ja. Ich hätte ihn am liebsten schlagen wollen. Kannst du dir das vorstellen? Und dazu die ganze Zeit lächeln…“
„Grausam.“
„Mhm.“
„Aber so ist es nun mal.“
„Scheint so.“

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Ich diskutiere mit meiner besten Freundin den Fall einer Zombie-Apokalypse.
Das amüsierte Blitzen in ihren Augen ist  für mich vollkommen offensichtlich, doch meine Miene bleibt starr. Vom Ton her könnten wir auch Uni-Professoren sein oder Experten die auf einer wichtigen Konferenz ernsthaft fachsimpeln.
„Stell dir mal vor. Früher sind die ganzen Zocker immer in ihren Zimmern gehockt. Jetzt, mit Pokemon Go, gehen die raus. Die sterben ja jetzt alle, das macht einiges aus.“
Die ersten skeptischen Blicke, schräg von der Seite, wo meine andere Sitznachbarin in ihrem Stuhl lümmelt, haben uns schon nach Sekunden erreicht. Inzwischen ist sogar das hysterische Gelächter aus der letzten Reihe verstummt. Angenehm eigentlich, wir sollten öfter über seltsame Dinge reden und so tun als meinen wir es ernst.
Das lustigste ist aber eigentlich, dass sie es uns alle abnehmen. Jetzt stellt man sich die Frage ob das mehr über uns oder über sie sagt.Es geht nicht darum, ob Menschen sterben oder ob sich ein Virus ausbreitet. Menschen sterben genug, mehr als sollten und wir beide wissen das.
Doch man kann nicht jede Sekunde darüber nachdenken, sonst wird man verrückt.
Und wir haben andere Mittel gefunden als Haarspray und Nagellack. Riecht beiden scheußlich, ist euch das schonmal aufgefallen?
Sie misstrauen uns, verteufeln, weil wir nicht denken wie sie, weil wir uns damit beschäftigen und weil sie das it ihrem benebeltem Versatnd nicht können.
Und das kennen wir ja irgendwo her.

To hell…

Die Abendsonne erleuchtete gerade noch die letzten Spitzen der Baumkronen. Gold gegen das Schwarz des Gewitterhimmels. Die Luft war schwer, rauchgeschwängert und schlecht zu atmen. Ein öliger Rauch der die Lungen verstopft, sich in jeder Pore festsetzt und einen wie Pech verfolgt.
Sie rannte wie ein Berserker der Blut riecht, als sei der Teufel hochstpersönlich hinter ihr her. Stolpernd und kriechend, rennend und keuchend bahnte sie sich ihren Weg. Immer weiter, immer weiter. Ob auf der Jagd oder Flucht hätte wohl niemand sagen können.
Ihre Welt wurde grau und heiß, denn nun war der Rauch auch in ihren Augen und das letzte Sonnengold verblasst, sie würde es nie wieder sehen.
Ihr kam jemand entgegen, eine Hand streifte sie , versuchte sie zu fassen, aufzuhalten. Keine Chance. Sie wusste wohin sie wollte und sie würde dort hin gehen, direkt ins Zentrum der Hölle, sie hatte Hoffnung.
Rauch ist nur ölig und pechern wenn Fleisch verbrennt.

I thought I knew her…

Mea was a good person to live with. She did her share of the work, brought books and cooked excellent dinners. She had a lot of shoes. Only occasionally she would listen to loud music or bring someone for the night. All in all nobody one would expect to be a killer.

I actually didn’t get it eight whole years. But secrets like these will eventually reveal themselves.
It was a thursday night, her birthday and I had decided to cook something for her. She didn’t have family and I suppose everyone likes getting presents.
I had the risotto nearly read when I heard the key turning in the front door. It opened and shut and I listened to her steps. It was a little game of mine. Since she had so many shoes I began guessing which she wore from the sound they made on the carpet. Todays were the blues with the little white dots, I figured out after some moments.
Suddenly there was a muffled grunt. It sounded as if she were in pain, so I went to look what had happened.
I had been right with the shoes and just started to feel proud, when I saw red. No, I was not angry.
I literally saw red. Her white blouse was soaked with blood, she was shaking and I could see the delirium in her eyes.
I didn’t know if she realised who I was. She jolted when I touched her arm and brought her knee up to kick me. The punch was surprisingly strong but seemed to have been too much for her. With a sigh she fell unconscious.
I cursed and brought her to her room. Everything I did was auto pilot, I still don’t know why I didn’t question anything.
I put her blouse away and, hell her whole shoulder was shattered. Damn, it looked like bullets stuck in her.
Later I learn that these had actually been bullets.
But still, auto pilot, so I just pulled the things out, stabilised everything and bandaged her.
Suddenly I awoke from my dizziness and stumbled back. Her whole body was covered in scars. Long, thin ones in the areas of her breasts, shoulders and arms, little, round ones in these of her uterus and belly.
I couldn’t believe my eyes, taking two steps forward, touching them.
They felt real, were real.
I felt confused, betrayed even.
Who was this woman I thought I’d know? What did she do?
Suddenly there was a loud bang at the door.

Nicht gleichgültig

Die Wut in meinem Körper ist heiß und strömend. Sie frisst sich ihren Weg durch meinen Körper wie Lava durch eine Landschaft.
Ich umarme sie, denn sie ist alles was bleibt und wenn sie da ist verschwindet alles andere.
Dann ist es nicht mehr wichtig, dass ich dich liebe und mich dafür hasse und du mich hasst und dafür liebst, denn das tust du.
Und manchmal möchte ich dich gerne schlagen, doch ich tue es nicht, denn im Gegensatz zu deinem Verhalten bist du eine zierliche Person und auch durch all die Wut vergesse ich nicht eine Erziehung genossen zu haben.

Sie sagen, dass du mich auch einmal geliebt hast, als ich dich noch gehasst habe und dann bist du gegangen und ich habe realisiert, dass es doch nicht geht, ohne dich und jetzt ist es genau anders herum.
Doch Hass ist nicht das Gegenteil von Liebe, das ist die völlige Gleichgültigkeit.
Und nichts hasst man so sehr wie etwas das man einmal geliebt hat.

Verzaubershow

Erwachsene sind schwerer zu faszinieren als Kinder.
Das weiß jeder der im Showbusiness arbeitet, mit Kindern und Erwachsenen gleichermaßen und jeder, der eine halbwegs anständige Beobachtungsgabe besitzt.

Doch er liebte das, liebte die Herausforderung, liebte die staunenden Blicke, wenn aus den hecktischen Massen staunende Individuen wurden.
Zu seinem Leidwesen hatte er feststellen müssen, dass er von dem glücklichen Triumphgefühl, dass darauf folgte es geschafft zu haben, nicht leben konnte.
So musste er immer eine kleine Schale neben sich stellen.
Doch wer fasziniert war, wer mit einem glücklichen Lächeln wieder in die Hektik zurück rauschte, lies gern eine kleine Anerkennung da.

Und so lebte er sein leben, völlig aufgehend in seiner Berufung.
Doch wie jeder weiß, was das Leben gibt das nimmt es.
Es kam eines Tages ein Geschäftsmann, der sich nicht verzaubern lies, sondern die Technik hinter den Tricks suchte, sie entschlüsseln wollte.
Der Mann schaffte es nicht und als er dachte jetzt hätte er den Mann mit dieser Tatsache verzaubert hatte dieser eine Idee.
Er ging auf die große Bühne, sollte Menschen verzaubern.
Doch Massen sind hektisch, in ihnen findet man nicht das Lächeln, die staunenden Augen.

Und so ging er zugrunde, denn zu wenig Geld reicht nicht, doch an zu viel erstickt man und es begräbt die Begeisterung und es begräbt die staunenden Augen und das Triumphgefühl.
Hätte er es geschafft diesen auch zu verzaubern so wäre das nie gewesen.
Doch einen wid es immer geben, man kann sie nie alle verzaubern.